Riedelbach

Riedelbach - Schriftlich kennt man das Dorf seit 1316, doch dürfte es nach seiner Namensform im Hochmittelalter (etwa zwischen 900 und 1200) entstanden sein. Riedelbach führte ein eher unspektakuläres Dasein, bis auf die üblichen Streitigkeiten mit den Nachbargemeinden, wie etwa um den Weidegang. Wie vielen anderen Dörfern auch, machte Riedelbach der Dreißigjährige Krieg stark zu schaffen, die Einwohnerzahlen gingen drastisch zurück. Von 170 Menschen im Jahre 1615 lebten nur 25 Jahre später ganze 30 Bürger im Dorf. Heute ist von dem Einbruch nichts mehr zu spüren: über 1000 Menschen leben heute dort. Daran ist jedoch die spezielle Infrastruktur in diesem Teil des mittleren Weiltals nicht ganz unschuldig. Denn war Rodylnbach, wie es noch 1394 genannt wurde, eines der letzten Dörfer in diesen Breitengraden, das einen ortseigenen Schulunterricht organisieren konnte, so hat Riedelbach in Sachen Schulbildung mit der Haupt- und Realschule, die in ein neues, hochmodernes Schulgebäude umgezogen ist, und mit der Grundschule Am Sommerberg sein Nachzügler-Image schon sehr lange abgeschüttelt. Längst vergessen sind da die Zeiten um 1835, als der erste Riedelbacher Schullehrer im alten Rathaus, genau über dem Gemeindebackofen, rund 40 Kinder unterrichtete unhaltbare Zustände, weshalb man 1842 das neue Schulgebäude, der heutige Kindergarten, einweihte. Und weil die Schule bereits in den 1960er Jahren Kinder auch aus den umliegenden Gemeinden aufnahm, wuchs im Dorf eine Schule mit Zentralfunktion. Heute gibt es in Rottelbach - so hieß der Ort 1520 - im Kindergarten neben einer Waldgruppe auch eine Ganztagsbetreuung und die Möglichkeit, Hosenmatze ab 18 Monaten dort anzumelden. An beiden Schulen können die Schüler in der pädagogischen Nachmittagsbetreuung bis 15.20 Uhr betreut werden. Da ist ein wichtiger Schritt in Richtung Ganztagsschule bereits vollzogen. 

Und oberhalb der beiden Schulen, ganz in der Nähe des Segelflugplatzes und der mittelalterlichen Rennstraße, hat sich die ökologisch bedeutsame Riedelbacher Heide mit dem größten Wachholderbestand im Hintertaunus erhalten.

Quelle: Martha und Rudi Kaethner


Sehenswürdigkeiten
Segelflugplatz


Nördlich des Ortes befindet sich das Segelfluggelände Riedelbach (514 m MSL). Das Gelände ist damit eines der am höchsten gelegenen Fluggelände Hessens. Der Platz wird betrieben vom Sportfliegerclub Riedelbach e.V.

Dort findet in der Mehrheit Segelflugbetrieb mit den vereinseigenen Segelflugzeugen sowie dem vereinseigenen Motorsegler statt. Der Platz hat zum Windenstart eine Seilwinde vom Typ "Tost", die über rund 1000 m Seilauszug verfügt.

Riedelbacher Heide


Oberhalb des Dorfes, in der Nähe des Riedelbacher Segelflugplatzes und der Rennstraße, hat sich die bedeutsame Riedelbacher Heide mit dem größten Wacholderbestand im Hintertaunus erhalten. Von dort hat man einen guten Fernblick auf den Pferdskopf. Die Riedelbacher Heide dient im Sommer sowie im Winter als Treffpunkt der Riedelbacher Jugend.

Arboretum


Auf dem höchsten Punkt zwischen Riedelbach und Finsternthal findet man das Grüne Goetheanum
Lichtberg. Der Verein „Schutz und Pflege von Natur und Kultur e.V.“ widmet sich dort einem beeindruckendenOrt der lebendigen Stille und Besinnung - mit einer Blütenwiese, zwei Labyrinthen und einem Arboretum - einem besonderen Baumgarten. Der Grundriss und die Folge der Bäume (sieben heimische Baumarten) sind dem Bau des ersten Goetheanum in Dornach (Schweiz) nachempfunden, das Dr. Rudolf Steiner entworfen hat -aber durch Brandstiftung zerstört wurde. Mehrmals im Jahr finden dort öffentliche kulturelle Veranstaltungen im Grünen statt.

(Text: MeinWeilrod Broschüre, Eva Kinkel-Wilkens)