Als Wahrzeichen des Ortsteils Oberlauken thront sie über dem Dorf und ist schon von weitem sichtbar: die Kapelle in Oberlauken. Wann genau sie erbaut wurde, liegt im Dunkeln. Aber es gibt genügend gesicherte Hinweise, dass sie bereits weit vor der Reformation, die im Weiltal um 1527 Einzug hielt, gebaut worden sein muss: Schon um 1480 erhielt der Pfarrer in Merzhausen Zehnte aus Oberlauken – ein Zeichen, dass die Kapelle bereits bestand und zur Pfarrkirche Merzhausen gehörte.
Allerdings – schon Anfang des 19. Jahrhunderts machte man sich Gedanken über die Wurzeln dieser Kapelle. So schrieben 1808 der Amtmann Hermann Jacob Pagenstecher und der Inspektor Carl Franz Schwein aus Usingen: „Die Kirche zu Oberlauken ist in einiger Entfernung vom Ort auf dem Berge entlegen. Nach älteren Traditionen soll von jeher dieser Platz, selbst noch vor Einführung der Christlichen Religion, zu einem heidnischen Gottesdienst bestimmt, und das allda befindliche Mauerwerk zu einer Kirche aptiert (=verwendet) worden seye.“ Aus ihrem Bericht geht außerdem hervor, dass die Kapelle einst einen Chor hatte, der unter einem gewölbten Bogen hindurch zu erreichen war und der auf ein hohes Alter des Gebäudes schließen lässt.
Verschiedene Quellen berichten immer wieder von mehr oder weniger größeren Sanierungs- oder Umbaumaßnahmen. Und im Frühjahr 1811 erhielt sie ihre heutige äußere Form: Sie wurde bis auf die „Drei Grundmauern nidergerißen“ , im Sommer neu erbaut und am 20. Oktober des gleichen Jahres eingeweiht. Die Oberlaukener Kapelle – sie ist seit mehr als einem halben Jahrtausend ein Ort der Gottesverehrung. Quelle: Rudi und Martha Kaethner |