Informationen zu Finsternthal PDF Drucken E-Mail

10.

Jan

2012

 Wappen
 
 Einwohner
 (Stand Dezember 2011)
 Wasserhärte
 (Stand Mai 2011)
Finsternthal.jpg
 cratzenbach.gif  Hauptwohnsitz  192  Deutsche Härtegrade   6,1 °dH
 Nebenwohnsitz      3  Calciumcarbonat  1,09 mmol/l
 Einwohner insgesamt  195  pH-Wert  7,73
       Bereich  weich
   Webseite www.finsternthal.de

1230 findet das Dorf als „Vinstrindale“ seine Ersterwähnung. Es gehörte zu jenen Besitztümern, die Heinrich II. von Nassau dem 1188 gegründeten Deutschen Ritterorden übertrug. Nach mehreren Besitzerwechseln fiel es nach dem Dreißigjährigen Krieg an die Grafen von Nassau. Wehrhaft waren die Finsternthaler allerdings schon immer, sei es in kirchlichen Angelegenheiten, wo sie immer wieder nach Autonomie strebten und lieber die im Dreißigjährigen Krieg zerstörte Wallfahrtskirche zu Landstein aufbauen wollten, statt nach Altweilnau zu pfarren, sei es in weltlichen Angelegenheiten: das kleine Dorf, das sich in der engen Talsohle nur schwer ausbreiten konnte, zankte sich immer wieder mit den umliegenden Dörfern, vornehmlich wegen unberechtigter Weidegänge. Selbst militärische Auseinandersetzungen konnten daran nichts ändern. Tapfer kämpften die Finsternthaler für ihre Rechte weiter, auch nachdem das Dorf während der „bös Zeit“ weitgehend zerstört und verwaist war. 1790 bauten sie ihr Rathaus, das heute, nach seiner Grundsanierung vor einigen Jahren, zum Schmuckstück des Dorfes avancierte, mit einem Sitzungsraum und einem historischen Backhaus, das früher auch Milchsammelstelle war. An die alte Viehtränke erinnert heute ein gusseiserner Brunnen, wo Ruhebänke zum Verweilen einladen. Sein Waldreichtum führte besonders in der Nachkriegszeit zu relativem Wohlstand: die Finsternthaler konnten sich den Bau eines Dorfgemeinschaftshauses leisten, ohne Schulden zu machen.

Quelle: Martha und Rudi Kaethner, Eugen Ernst



DateiDatumDateigrößeZuletzt geändert
Diese Datei herunterladen (brw_finsternthal.pdf) Bodenrichtwertkarte 2010 127 Kb
18.06.2010
Diese Datei herunterladen (Muellkalender_2012_Altweilnau_Riedelbach_Mauloff_Finsternthal.pdf)Müllkalender 2012 1762 Kb
05.01.2012
Diese Datei herunterladen (TU-Finsternthal-2011.pdf)Trinkwasseruntersuchung 2011 39 Kb
24.07.2011
 
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16.

Nov

2008

Lehmscheune

Nur wenigen bekannt und trotzdem eines der interessantesten Kulturdenkmäler des Hochtaunuskreises ist die Lehmscheune in Finsternthal. Ihre Bedeutung rührt nicht daher, daß reine Lehmbauten in der Region äußerst selten wären, sondern es ist vielmehr der Umstand, daß hier wie nirgendwo sonst im Taunus ein unverändert gebliebener Pisé-Bau seine spezielle Bautechnik präsentiert und ablesbar macht.Über einem Bruchsteinsockel wurden die ca. 50 cm starken, sich nach oben hin verjüngenden Außenwände nach dem Stampflehmverfahren errichtet. Deutlich ist noch heute an dem unverputzt gebliebenen Gebäude der arbeitstechnische Vorgang zu erkennen. Zwischen aufgeschlagenen und wiederverwendbaren Schalungsbrettern wurde Lehm eingestampft, der in Finsternthal gegen Schwund beim Austrocknen mit Steinen und Heidekraut vermischt wurde. Bautechnisch ein einfaches und höchst preiswertes Verfahren, das im ausgehenden 18. und im 19. Jahrhundert zum Schutz der durch Bergbau und Eisenverhüttung gefährdeten Waldbestände propagiert wurde.Die Finsternthaler Scheune ist der Rest einer ehemaligen Hofanlage. Noch vor wenigen Jahren stand sie malerisch wie eine Feldscheune allein und ungenutzt auf einer Wiese. Die Bauschäden waren beachtlich. Der Dachstuhl, der an den Giebelseiten in den Lehmwänden verankert war, hatte die östliche Giebelwand auseinandergedrückt und zur Bildung eines breiten, die gesamte Wand durchziehenden Risses geführt. Mit Hilfe des Statikbüros Hofmann aus Frankfurt-Höchst wurde der vorhandene Stuhl so verändert, daß er als liegender Stuhl mit Kopfbändern die Auflasten aus dem Dach übernehmen konnte. Die Lasten werden nun auf einen innenliegenden Holzringbalken übertragen. Der Dachstuhl ist gesichert. Zur Schließung des Risses sowie zur Reparatur noch anderer Schäden wurde der Lehm aus der alten Grube geholt. Inzwischen wird die Lehmscheune wieder genutzt. Sie wurde zu Wohnzwecken umgebaut. Rücksichtsvoll und mit viel Geschick wurde die Umnutzung vorgenommen. Ohne den Pisé-Bau in Mitleidenschaft zu ziehen, wurde der Innenausbau auf einem separaten, frei eingestellten Holzgerüst vorgenommen. Belichtet wird das Gebäude in erster Linie über das heute verglaste Scheunentor sowie über die Fachwerkgiebel der Dachstuhlkonstruktion. Der moderne Wohnkomfort (Heizung, Bäder, Küche) wurde in einem schlichten, architektonisch und gestalterisch überzeugenden Neubau untergebracht. Die Planung und Ausführung des Bauvorhabens lagen in den Händen des Architekten Jost aus Usingen-Merzhausen. Das Landesamt für Denkmalpflege Hessen hat die Kosten für die Sicherung und Reparatur der historischen Bausubstanz übernommen.