Geschichte

Schloss Neuweilnau

Schlossgarten

Eichelbacher Hof

Burg Altweilnau

Das Gebiet um die mittlere Weil dürfte in keltischer Zeit bereits dünn besiedelt gewesen sein, wie mancher versteckte Hinweis in den ausgedehnten Wäldern andeutet. Am bekanntesten ist die so genannte Rentmauer bei Rod an der Weil, für die allerdings bisher eine sichere Zeitbestimmung fehlt. Während der Dauer der römischen Herrschaft im Vordertaunus, dürfte die Landschaft von Weilrod menschenleer gewesen sein, da sie im Vorfeld des Limes lag. Mit endgültiger Besiedlung kann vor etwa eintausend Jahren gerechnet werden. Die früheste urkundliche Erwähnung findet sich zum Jahre 1156 für das Dorf Mauloff (Mulefo), das wahrscheinlich ein Rastort an der alten Höhenstraße (Rennstraße) vom Main zur Lahn war. Sie quert den Taunuskamm beim Feldberg und zieht dann am Westrande der Gemarkung nach Nordwesten. Die schriftlichen Ersterwähnungen der übrigen Ortsteile sind:

Altweilnau 1208, Finsternthal 1230, Nieder- und Oberlauken 1249, Rod an der Weil 1279, Neuweilnau 1302, Hasselbach 1317, Emmershausen 1326, Riedelbach 1360, Winden 1370, Gemünden 1401 und Cratzenbach 1412.

Das wichtigste Jahr der Heimatgeschichte ist 1207, als die Grafen von Diez das Usinger Land im Tausch gegen Mainz-Kastell als Lehen vom Kaiser erhielten. Ein Zweig dieser Familie nannte sich bereits ein Jahr später von Weilnau nach der in (Alt) Weilnau errichteten Burg, deren Bergfried heute ein Wahrzeichen ist. 1302 teilten sie ihre Besitzungen. Gegenüber der alten Befestigung bauten sie auf der anderen Weilseite die Burg Neuweilnau als Mittelpunkt einer neuen Teilherrschaft, die aber schon 1326 unter nassauische Botmäßigkeit kam. Die Grafen von Nassau-Weilburg erweiterten im 16. Jahrhundert die Anlage zu einem Schlösschen, in dem sie oft Hof hielten.

Das Kirchspiel Rod an der Weil mit Hasselbach und Cratzenbach gehörte ursprünglich den Grafen von Isenburg-Limburg, bevor es nassauisch wurde. Allerdings kam Hasselbach zu drei Vierteln unter kurfürstlich-trierische Herrschaft und blieb auch nach der Reformation katholisch, während alle anderen Ortsteile vorwiegend evangelische Bevölkerung haben. Gemünden, Nieder- und Oberlauken gehörten zum Niederstockheimer Gericht, das seinen Vorort in der Wasserburg Stockheim bei Usingen hatte. Finsternthal und das jetzt zur Großgemeinde Schmitten gehörende Treisberg mit der Wallfahrtskirche am Landstein (heute Ruine) waren eppsteinischer Besitz. Riedelbach, Mauloff, Emmershausen und Winden waren Teile der Herrschaft Altweilnau. Alle diese Gebiete wurden vollständig erst 1806 im Herzogtum Nassau vereinigt.

Neben der Landwirtschaft lag der Schwerpunkt im Weiltal auf der Eisenindustrie. Schon 1395 wurde zu Emmershausen eine Waldschmiede genannt, die 1588 mit einem Hochofen und Eisenhammer zu einem bedeutenden Industrieplatz wurde. Hier fanden viele Bewohner Arbeit als Eisenstein- und Holzkohlenfuhrleute. Andere Eisenbetriebe gab es am Landstein, in Altweilnau, Neuweilnau, Rod an der Weil und Winden. Nach der Angliederung Nassaus an Preußen im Jahre 1866 hörte die Eisenverarbeitung an der mittleren Weil auf, weil die Ruhrkohle wirtschaftlichere Energie lieferte als das fließende Wasser und die Holzkohle aus den Taunuswäldern.

Seit 1593 wurde in Altweilnau und im angrenzenden Weiltal nach Blei und Erzen gegraben. Immer wieder wurden die Arbeiten wegen Unrentabilität eingestellt. Das endgültige Aus kam im Jahre 1923. Auch die ehemalige Papiermühle (heute Haus Waldeck), der Kupferhammer (Gertrudenhammer) und die Ziegelhütte im Weiltal haben längst ihren Betrieb eingestellt. Von den achtzehn Mühlen ist nur noch die Lochmühle bei Gemünden zeitweise in Betrieb. Andere wurden Gaststätten (1213/15), die Mappesmühle (1455) und die Landsteiner Mühle (1580).

Dies weist auf die Entwicklung der Großgemeinde zum Ausflugsziel hin. Altweilnau, Neuweilnau, Gemünden und Mauloff gelten als Erholungsorte. Die auf rund 70 qkm lebenden etwa 6800 Einwohner verfügen mit über 60% Waldfläche und guten Gastronomiebetrieben über beste Voraussetzungen für das Aufblühen Weilrods im Naturpark Taunus.

Im Jahre 1972 wurde die Großgemeinde Weilrod aus dreizehn Dörfern des Usinger Landes gebildet. Vom höchsten Punkt der Gemarkung des Ortsteils Mauloff mit 626m NN im Süden auf der Pferdskopfscholle bis zu 210m im Weiltal in der Gemarkung des Ortsteils Winden im Norden erstreckt sich die Gemeindefläche westlich und östlich der Weil. Dieser Bach, dessen Name wahrscheinlich vom lateinischen Wort villa (= Dorf) abzuleiten ist, entspringt am kleinen Feldberg und mündet bei Weilburg in die Lahn.

Rudi H. Kaethner


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November 2017
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